26. April 2011

Der Wald brennt...

Eigentlich wollte ich heute von meinem Osterwochenende berichten und was wir an den vier freien Tagen alles verbrochen haben ;-) aber, heute ist hier die Hölle los. Es war 15.30 Uhr, als hier unten im Tal in einer Carroserie ein Feuer ausbrach. Enorm schnell griff das Feuer auf einen benachbarten Wald über und breitete sich innert kurzer Zeit auf eine grosse Fläche aus. Bei der Brandfläche handelt es sich um ein riesiges, unübersichtliches Gebiet, das den Einsatz von Feuerleuten erschwert. Zurzeit sind 16 Feuerwehren mit rund 350 Mann an den Löscharbeiten beteiligt, sowie 10 Helikopter, davon zwei Superpumas der Armee.


Die Bilder habe ich heute abend gegen 18.00 Uhr
von meiner Terrasse aus gemacht.


Mittlerweile brennt es bis zur Bergspitze rauf.
Die Sorgenkinder sind der Wind, der dauernd wendet, die enorme Rauchentwicklung
 und die grosse Trockenheit. Seit Wochen gab es keine Niederschläge mehr
und es ist auch keiner in Aussicht.


Wenn ich von meinem Balkon aus nach rechts, anstatt nach links zur Brandstelle
blicke, dann sehe ich diesen Berg. Was wenn es hier gebrannt hätte?
Dann gäbe es mein Paradieschen wohl nicht mehr. Ein ganz schrecklicher Gedanke.

Inzwischen ist es dunkel geworden. Nachts dürfen nur noch die zweimotorigen
Helikopter (die Superpumas) an den Löscharbeiten teilnehmen, dies aus Sicherheitsgründen.
Über die Nacht werden zu den Feuerleuten zusätzlich 150 Armeeangehörige zu Pikettzwecken eingesetzt.
An die 120 Hektaren Wald sind abgebrannt. Es ist jetzt nachts ein gespenstisches Bild,
hunderte kleinere und grössere Feuerherde die da in der Dunkelheit aufflackern.
Mittlerweile ist es abends 22.38 Uhr und die letzten Nachrichten, die ich für heute mitverfolge;
Das Feuer ist noch nicht unter Kontrolle. Auch am Mittwoch soll wieder starker Talwind aufkommen, der den Brand immer wieder neu entfachen wird. Während ich mich jetzt langsam ins Bettji begebe, sind meine Gedanken bei den vielen Einsatzkräften, die heute keinen Schlaf finden werden, weil sie den Brand unter Kontrolle halten müssen. Meinen ganzen Respekt gilt diesen Helfern, die unermüdlich im Einsatz stehen, um noch schlimmeres zu verhindern und dabei oftmals selbst ihr Leben riskieren.